Buchmacher-Bonus 2026: Was die Angebote der zehn Whitelist-Anbieter wirklich kosten
Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Ein Bonus ist im deutschen Sportwettenmarkt keine gesetzlich zugesicherte Leistung, sondern eine freiwillige Zusage des Anbieters. Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Klausel, die Höhe, Umsatzfaktor oder Mindestquote eines Willkommensbonus regelt. Was bleibt, ist der Vergleich der Bedingungen, die jeder Veranstalter selbst in seine AGB schreibt. Genau dort entscheidet sich, ob ein Bonus 100 € wert ist oder ob er 700 € Umsatz und eine Mindestquote von 2,00 pro Wettschein verlangt, bevor er ausgezahlt werden kann.
Diese Seite zieht die zehn Whitelist-Anbieter mit Sportswetten-Erlaubnis nebeneinander auf, ergänzt um die Regeln des deutschen Marktes, die jeder Bonus-Aktion ihren Rahmen geben: das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 €, die OASIS-Sperrdatei, das LUGAS-Überwachungssystem und die 5,3-prozentige Wettsteuer, die der Veranstalter schuldet, aber nach eigenem Ermessen weitergeben darf.
Ranking der zehn Bonus-Anbieter auf der GGL-Whitelist
Die folgende Tabelle sortiert die Anbieter in der Reihenfolge, in der sie der sechste Abschnitt des Recherchematerials anführt; sie ist kein Qualitätsurteil. Alle zehn Marken verfügten zum Stichtag 2. Oktober 2026 über eine gültige Sportwetten-Erlaubnis der GGL und sind damit in Deutschland legal nutzbar.

| Marke | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| MERKUR BETS | Whitelist-Eintrag für MERKUR BETS; Inhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| ODDSET | Whitelist-Eintrag für ODDSET; Inhaber ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020, Folgebescheid 15.12.2022 |
| Betano | Whitelist-Eintrag für Betano; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgebescheid 16.12.2022 |
| DAZN Bet | Whitelist-Eintrag für DAZN Bet; Inhaber DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| 888sport | Whitelist-Eintrag für 888sport; Inhaber 888 Germany Limited | 30.06.2021, Folgebescheid 15.12.2022 |
| Tiptorro | Whitelist-Eintrag für Tiptorro; Inhaber Torro Tec Limited | 30.06.2021, Folgebescheid 27.12.2022 |
| bwin | Whitelist-Eintrag für bwin; Inhaber bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgebescheid 23.12.2022 |
| VBet | Whitelist-Eintrag für VBet; Inhaber SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Betway | Whitelist-Eintrag für Betway; Inhaber Betway Limited | 09.03.2021, Folgebescheid 23.12.2022 |
| Wettarena | Whitelist-Eintrag für Wettarena; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020, Folgebescheid 15.12.2022 |
Allen Einträgen gemeinsam: Die Whitelist verzeichnet ausschließlich das Ausstellungsdatum, kein Enddatum. Eine Ersterlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, der Eintrag selbst ist eine Momentaufnahme der Aufsicht. Die folgende Einzelbetrachtung arbeitet die Bonus-Logik jeder Marke heraus, ohne die Tabelle zu wiederholen.
MERKUR BETS: Freebet aus dem Club, kein Cashout auf Prämien
Merkur Bets kombiniert eine Stammkunden-Aktion mit einer Bonusstruktur, die ohne klassischen Einzahlungsbonus auskommt. Der MERKUR BETS CLUB honorierte Kombiwetten und Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote ab 4,00, sofern der Wocheneinsatz mindestens 25 € erreichte; die Gutschrift erfolgte am Folgewochenmontag in Form einer 5-€-Freebet. Solche Freebets müssen binnen sieben Tagen eingesetzt werden, sonst verfallen sie, und sind ausschließlich für Einzel- und Kombinationswetten zugelassen. System- und Mehrwegwetten bleiben außen vor. Bei einem Gewinn wird der Gewinn ohne den Freebet-Einsatz ausgezahlt, was die Freebet zu dem macht, was sie ist: ein risikofreier Tipp, dessen Einsatz nicht zurückkommt. Cashout ist auf mit Freebet platzierten Wetten nicht möglich. Ergänzend gibt es einen Kombi-Boost, der ab fünf Auswahlen den Gewinn um fünf Prozent erhöht und je Auswahl um einen weiteren Prozentpunkt steigt, maximal 30 Prozent ab 30 Auswahlen; die Mindestquote je Auswahl beträgt 1,21, Live-Wetten sind vom Boost ausgenommen.

ODDSET: Staatliche Lizenz, klassischer Neukundenbonus
ODDSET, die Sportwetten-Marke der ODDSET Sportwetten GmbH, hat ihre Erlaubnis direkt vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 erhalten, die Aufsicht führt die GGL in Halle. Die Traditionsmarke verfolgt im deutschen Markt ein klassisches Neukundenmodell; Detailangaben zu Höhe und Umsatz sind den aktuellen Bonusbedingungen auf der Anbieterseite zu entnehmen. Der Reiz liegt nicht in spektakulären Zahlen, sondern in der Erlaubnishistorie und der Aufsichtsstruktur.
Betano: Großer Markenname, maltesische Lizenzkette
Betano wird in Deutschland über die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, geführt. Die Whitelist führt die Marke seit dem 19.02.2021, der Folgebescheid stammt vom 16.12.2022. Der Bonus von Betano gehört zu den kommunikativ stark beworbenen Angeboten im deutschen Markt, wobei das Wesentliche in den Umsatzbedingungen steckt. Einzahlungsbonus und Freebet-Aktionen laufen parallel, Freebets folgen den üblichen Regeln: Einsatz wird im Erfolgsfall nicht zurückgezahlt.
DAZN Bet: Cashout ohne Systemwetten, Freebet ausgeschlossen
DAZN Bet, betrieben von der DZBT Operations Limited, ist seit dem 22.08.2023 whitelisted. Die Cashout-Funktion ist bei DAZN Bet auf Einzel- und Kombiwetten beschränkt; Systemwetten und Wetten, die mit einer Freewettt platziert wurden, sind ausgeschlossen. Der angebotene Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten, und die Verfügbarkeit des Cashout wird nicht garantiert. Das ist die Standardformel der Branche: Cashout ist ein Zusatz des Anbieters, kein verbrieftes Recht.
888sport: Gibraltar-Holding, Londoner Börsennotierung
Hinter 888sport steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, deren Aktie seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist. Die deutsche Erlaubnis wird über die 888 Germany Limited gehalten, Whitelist-Eintrag seit dem 30.06.2021 mit Folgebescheid vom 15.12.2022. Die Notierung an einem regulierten Markt ist kein Wett-Argument, aber sie schafft eine Offenlegungspflicht, die bei reinen Offshore-Anbietern fehlt. Die Bonusaktionen der Marke sind im Detail auf der Anbieterseite beschrieben.
Tiptorro: Marke hinter der App, maltesische Lizenz
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten, die sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter GGL-Aufsicht beschreibt. Whitelist-Eintrag seit dem 30.06.2021, Folgebescheid vom 27.12.2022. Tiptorro tritt in Deutschland als digital-affine Marke auf, die Bonusstrukturen an die Gewohnheiten mobiler Wettkunden anpasst.
bwin: Erfahrener Anbieter mit Funktionsfülle
Bwin gehört zu den etablierten Marken des europäischen Marktes. Die bwin.party entertainment Limited verantwortet die Sportwetten-App im Apple App Store, die Entwicklerbeschreibung nennt manuellen und automatischen Cashout, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost als Ausstattungsmerkmale. Die deutsche Erlaubnis liegt seit dem 09.10.2020 vor, der Folgebescheid datiert auf den 23.12.2022. Bonusaktionen sind in der App und auf der Webseite beschrieben, der Fokus liegt eher auf Bestandskunden-Aktionen als auf einem einzelnen Neukunden-Knaller.
VBet: Junger Erlaubnis-Inhaber aus Malta
VBet wird in Deutschland von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, veranstaltet. Die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für VBet seit dem 5. Dezember 2023, vergleichsweise jung im Whitelist-Kontext. Der Marktauftritt in Deutschland ist dadurch neuer als bei Mitbewerbern mit Erlaubnis aus 2020; die Bonusstrukturen spiegeln diese Phase des Markteintritts. Wer eine weniger eingefahrene Marke sucht, findet hier einen Anbieter, der in der Spielzeit 2025/26 seine Position im deutschen Markt ausbaut.
Betway: Trustly und Skrill mit Bonus-Einschränkungen
Betway trennt konsequent zwischen verschiedenen Zahlungswegen für den Bonus. Wer mit Skrill einzahlt, qualifiziert sich nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus; Trustly-Einzahlungen ab 5 € sind gebührenfrei und ebenfalls qualifizierend, Trustly-Auszahlungen setzen aber voraus, dass kein offener Bonus-Umsatz auf dem Konto liegt. Beide Zahlungswege sind gebührenfrei, Mindestauszahlung 10 €. Diese Trennung ist nicht ungewöhnlich, aber sie entscheidet darüber, welche der parallel laufenden Aktionen am Ende tatsächlich aktiviert wird.
Wettarena: Maltesische Struktur, klassisches Profil
Die Marke Wettarena gehört zur I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Whitelist-Eintrag seit dem 09.10.2020, Folgebescheid vom 15.12.2022. Wettarena tritt im deutschen Markt mit einem klassischen Sportwetten-Profil auf, Bonusaktionen folgen den üblichen Mustern aus Einzahlungsbonus und gelegentlichen Freebet-Aktionen für Bestandskunden.
Gesamtbild des Rankings
Die zehn Anbieter unterscheiden sich weniger in der Lizenzgrundlage, die bei allen identisch auf der GGL-Whitelist steht, als in der Reife der deutschen Marktpräsenz. Betway, bwin und 888sport bringen internationale Strukturen mit, deren deutsche Töchter auf langjährige Erlaubnisphasen zurückblicken. VBet und DAZN Bet sind mit Erlaubnissen aus 2023 die jüngsten Whitelist-Neuzugänge unter den hier aufgeführten Marken, beide in Malta verankert, beide mit wachsendem deutschem Wettprogramm. ODDSET bildet mit der Erlaubnis durch das Regierungspräsidium Darmstadt und der GGL-Aufsicht in Halle die deutsche Variante der Lizenzierung ab. Im Bonusalltag heißt das: Die Anbieter mit den längsten Erlaubnissen haben in der Regel die ausdifferenziertesten Bonus- und Bestandskunden-Programme, die jüngeren Marken setzen stärker auf Neukunden-Anreize.
Was ein Buchmacher ist und wie Bonusaktionen darin eingebettet sind
Ein Buchmacher legt Quoten fest, rechnet eine Marge ein und zahlt bei gewonnenen Wetten nach dem Ende des Ereignisses aus. Diese drei Sätze beschreiben das Geschäftsmodell vollständig. Die Quote ist der Preis, den der Anbieter für ein bestimmtes Ergebnis zahlt; die Marge ist sein Anteil an jedem eingesetzten Euro, eingepreist in jede einzelne Quote; die Auszahlung folgt, sobald das Ereignis amtlich beendet ist und das Ergebnis feststeht.
Eine Bonusaktion ist eine Zusage, die in dieses Modell eingeschoben wird. Sie verändert weder die Quote noch die Marge, sie verändert den Zeitpunkt und die Bedingung, unter der das eigene Geld wieder ausgezahlt werden darf. Der Willkommensbonus von Tipwin etwa verdoppelt die erste Einzahlung bis maximal 100 €, aber Einzahlung und Bonus müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten umgesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote ab 1,80 tragen zum Umsatz bei. Der Bonus erhöht also nicht den Gewinn, er verlängert den Weg dorthin.
Wie die Quote entsteht
Die Quote ist das Ergebnis einer internen Rechnung des Anbieters. Sie setzt sich aus der geschätzten Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses und der Marge zusammen, die der Anbieter auf jedes Ereignis aufschlägt. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) addieren sich die reziproken Quoten zu einer Summe, die über 100 Prozent liegt; der Überschuss ist die Marge. Eine typische Fußballquote von 2,10 / 3,40 / 3,50 entspricht einer Auszahlungsquote von etwa 94 Prozent und einer Marge von etwa 6 Prozent. Diese Marge ist der Preis, den der Wettende für die Teilnahme am Markt zahlt, in jedem einzelnen Tipp, unabhängig davon, ob ein Bonus läuft oder nicht.
Warum der Bonus die Marge nicht auflöst
Die Werbung suggeriert manchmal, ein Bonus gleiche die Marge aus. Das ist rechnerisch falsch. Der Bonus wird auf das eigene Konto gezahlt, die Marge steckt in jeder einzelnen Quote, die während der Umsetzungsphase angespielt wird. Wer 700 € Umsatz zu leisten hat und auf Märkten mit 6 Prozent Marge wettet, gibt im statistischen Mittel etwa 42 € an den Anbieter ab. Ein 100-€-Bonus ist unter dieser Rechnung kein Geschenk, sondern ein Vorschuss, dessen Wert durch die Marge der Umsatzwetten geschmälert wird. Wer das versteht, liest Bonusbedingungen mit anderen Augen.
Rechtliche Lage: Was die Whitelist garantiert und was sie nicht garantiert
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist die einzige verbindliche Quelle, um die Erlaubnis eines Anbieters zu prüfen. Sie wird unter § 9 Abs. 8 GlüStV geführt und listet ausschließlich Anbieter auf, die eine deutsche Erlaubnis für die Vermittlung oder Veranstaltung von Sportwetten im Internet besitzen. Zum Stichtag 2. Oktober 2026 führt die Whitelist 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten. Alle gelisteten Domains sind .de-Domains, aber umgekehrt ist eine .de-Domain allein kein Beleg für eine Erlaubnis.
Was die Erlaubnis konkret bedeutet
Eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV berechtigt den Inhaber, in Deutschland Sportwetten über das Internet zu veranstalten oder zu vermitteln. Sie verpflichtet ihn zugleich an die Regeln des Staatsvertrags: an das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat nach § 6c Abs. 1, an die OASIS-Sperrdatei nach §§ 8, 8a, an das LUGAS-Überwachungssystem nach § 6h, an die Pflicht zur Identitätsprüfung nach § 6a und an die Vorgaben für Zahlungen nach § 6b Abs. 4, die ausschließlich Konten auf den Namen des Spielenden bei geldwäscherechtlich verpflichteten Instituten zulassen. Wer auf einer Whitelist steht, akzeptiert diese Auflagen.
Was die Erlaubnis nicht bedeutet
Die Whitelist bescheinigt die Erlaubnis, nicht die Qualität. Sie macht keine Aussage über die Höhe der Quoten, die Großzügigkeit eines Bonus, die Geschwindigkeit einer Auszahlung oder die Benutzerfreundlichkeit einer App. Sie ist außerdem keine Garantie für die Dauer der Erlaubnis: Die Whitelist verzeichnet das Ausstellungsdatum, nicht das Enddatum; eine Ersterlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, und der Eintrag kann zurückgezogen werden, wenn der Anbieter gegen Auflagen verstößt.
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis
Anbieter, die auf der Whitelist nicht stehen, dürfen in Deutschland keine Sportwetten anbieten. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat im Geltungsbereich des GlüStV keine Wirkung. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an solchen illegalen Angeboten; ein aktuelles Beispiel aus der Aufsichtspraxis ist die Warnung vor „Platincasino“ vom 17. September 2026. Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt; die Frage ist seit dem Vorlagebeschluss des BGH vom 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) beim EuGH anhängig, und der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) die Möglichkeit einer Rückzahlungspflicht grundsätzlich bejaht, mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert hatten, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Rückzahlung ist damit keineswegs garantiert; sie ist eine Möglichkeit, deren Ausgang vom Einzelfall abhängt.
Spielerschutz: Warum die deutsche Lizenz den Bonus verteuert
Die deutsche Lizenz verlangt dem Anbieter mehr ab als jede andere Aufsichtsstruktur in Europa. Sie greift damit auch in die Spielmechanik ein, und ein Bonus lässt sich unter dieser Lizenz nicht so gestalten wie auf einem unregulierten Markt. Drei Schutzmechanismen prägen jede Bonusaktion:
Das Einzahlungslimit
§ 6c Abs. 1 GlüStV setzt das maximale monatliche Einzahlungslimit auf 1.000 €, gemessen über alle lizenzierten Anbieter hinweg, die ihre Limits über die LUGAS-Limitdatei abgleichen. Ein Anbieter darf für einzelne Spielende auf bis zu 10.000 € erhöhen, wenn er deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen kann; im Bereich von 10.000 € bis 30.000 € darf er höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden führen. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung gilt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Für einen 100-€-Bonus bedeutet das: Wer das volle Bonuspotenzial einer 100-€-Einzahlung nutzen will, gibt im Monat zwischen 10 und 100 Prozent seines Standardlimits aus, je nach Anbieter und Bonusstaffel.
OASIS und LUGAS
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV, die jeder Anbieter bei Registrierung und Login abfragt. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr. LUGAS ist die Limit- und Aktivitätsdatei nach § 6h, die Parallelspiel über mehrere Anbieter verhindert und das monatliche Einzahlungslimit durchsetzt. Beide Systeme funktionieren nur im lizenzierten Markt; Offshore-Anbieter sind an weder das eine noch das andere angeschlossen. Wer dort spielt, hat diese Schutznetze nicht.
Verifizierung und der 72-Stunden-Modus
§ 6a GlüStV verlangt die vollständige Identitätsprüfung vor Spielbeginn. In der Übergangsphase darf ein Anbieter für maximal 72 Stunden und mit einem 100-€-Einzahlungslimit spielen lassen, bevor die Verifizierung abgeschlossen sein muss; Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Der Tipwin-Willkommensbonus etwa wird nach den AGB nur an verifizierte Konten ausgezahlt; zahlt jemand vor der Verifizierung ein, kann der Bonus erst mit der folgenden Einzahlung beansprucht werden. Wer ungeduldig ist, verliert also den ersten Bonus.
Umsatzbedingungen als psychologischer Hebel
Wer einen Bonus annimmt, verpflichtet sich zu einem bestimmten Einsatzvolumen. Bei Tipwin sind das siebenfache Einzahlung plus Bonus, bei sportwetten das Einfache der Einzahlung plus Sechsfache des Bonus, bei bpremium das Fünffache von Einzahlung und Bonus. Diese Umsatzbedingungen schützen den Anbieter davor, dass ein Kunde den Bonus annimmt und sofort wieder auszahlt. Sie verleiten den Spielenden aber auch dazu, in kurzer Zeit mehr zu setzen, als er ohne Bonus setzen würde. Die Spielsuchtprävention steht damit in einem Spannungsverhältnis zur Bonusmechanik, und genau dieses Spannungsverhältnis ist der Grund, warum die GGL die Werbung für Boni reguliert (§ 5 Abs. 7) und Affiliate-Vergütungen nach Einsatz oder Einzahlung verbietet.
Krypto und Anonymität: Warum es bei lizenzierten Anbietern keine Bitcoin-Boni gibt
§ 6b Abs. 4 GlüStV lässt ausschließlich Zahlungen von einem Konto zu, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem Institut geführt wird, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Kryptowährungen erfüllen diese Voraussetzung nicht, weil sie pseudonym und in der Regel nicht eindeutig einer Person zugeordnet sind. Anonyme Prepaid-Methoden wie Paysafecard in der alten Form sind ebenfalls ausgeschlossen. Ein Bitcoin-Bonus oder ein Bonus, der mit Krypto-Einzahlung aktiviert wird, ist im lizenzierten deutschen Markt nicht möglich. Solche Angebote existieren nur bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis, was die Frage nach der Lizenz mit der Frage nach dem Bonusmechanismus verknüpft.
Trustly als Brücke
Trustly ist ein Sonderfall: Der Dienstleister wickelt die Zahlung über das Bankkonto des Spielenden ab, das auf dessen Namen lautet und bei einem regulierten Institut geführt wird. Trustly ist damit im lizenzierten Markt zulässig. Betway etwa akzeptiert Trustly-Einzahlungen ab 5 € gebührenfrei, schränkt aber die Auszahlung ein: Sie ist nur möglich, wenn kein offener Bonus-Umsatz mehr auf dem Konto liegt, und sie muss auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden gehen, das bereits für eine Trustly-Einzahlung genutzt wurde. Das schließt den anonymen Pfad konsequent aus, ohne Trustly als Zahlungsweg zu blockieren.
Boni und Gratiswetten: Höhe, Umsatz, Fristen, Mindestquote
Die Werbung spricht von „100 % Bonus“, „risikofreier Wette“ und „gratis Tipp“. Die AGB sprechen von Umsatzbedingungen, Mindestquoten, Fristen, zugelassenen Wettarten und ausgeschlossenen Zahlungsmethoden. Der Abstand zwischen beiden Sprachen ist der Spielraum, in dem eine Bonusaktion Geld kostet oder Geld spart. Die folgenden Abschnitte arbeiten die Mechanik heraus, die hinter jeder Werbebotschaft steht.
Die Mechanik eines Einzahlungsbonus
Ein Einzahlungsbonus verdoppelt oder erhöht die erste Einzahlung um einen bestimmten Prozentsatz bis zu einem Höchstbetrag. Tipwin etwa gewährt 100 Prozent der Einzahlung bis 100 €. Wer 100 € einzahlt, erhält 100 € Bonus, hat aber 200 € auf dem Bonuskonto. Diese 200 € müssen vor einer Auszahlung siebenmal umgesetzt werden, also 1.400 € Einsatz, je Wettschein höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Mindestquote von 1,80 zählen. Bei 700 € Einsatz (sportwetten, 100 € Einzahlung plus 100 € Bonus) gelten ähnliche Regeln, aber mit höherer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. Die Mindestquote ist der Hebel, mit dem der Anbieter steuert, wie riskant die Umsatzwetten sein dürfen.
Freebets: Der Einsatz kommt nicht zurück
Eine Gratiswette oder Freebet ist eine Wette, deren Einsatz der Anbieter stellt. Gewinnt die Wette, erhält der Spielende den Reingewinn, nicht den Einsatz plus Gewinn. Bei Winamax etwa verdoppelt das Willkommensangebot die erste Einzahlung bis 100 € in Freebets, die Einzahlung selbst muss einmal umgesetzt werden mit Mindestquote 1,05, Obergrenze 100 €; die Freebets selbst unterliegen keinen Umsatzbedingungen. Wer eine 10-€-Freebet zu Quote 3,00 platziert und gewinnt, erhält 20 € ausgezahlt, nicht 30 €. Das ist der Mechanismus, der eine Freebet von einem Echtgeld-Gutschein unterscheidet. Der Vorteil: Wer verliert, verliert nichts, denn der Einsatz war nicht sein eigenes Geld. Der Nachteil: Wer gewinnt, gewinnt weniger, als die Quote verspricht.
Werbeaktionen für Bestandskunden
Neben dem Willkommensbonus betreiben viele Anbieter laufende Aktionen, die sich an Bestandskunden richten. MERKUR BETS etwa hat mit dem MERKUR BETS CLUB ein wöchentliches Programm aufgelegt, das Kombiwetten und Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote ab 4,00 belohnt, sofern der Wocheneinsatz mindestens 25 € erreicht; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Die Freebet aus diesem Programm muss innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen genutzt wird. Solche Aktionen sind zeitlich begrenzt, oft an konkrete Events gebunden, und ihre Bedingungen sind in den AGB der jeweiligen Aktion nachzulesen.
Werbeaktionen zu Großereignissen
Bei Weltmeisterschaften und ähnlichen Großereignissen schalten viele Anbieter Sonderaktionen. Bet-at-home etwa bot eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Solche Aktionen sind an Turniere gebunden, die ein Jahr im Voraus bekannt sind, und ihre Konditionen sind im Aktionszeitraum auf der Anbieterseite beschrieben.
Einzahlung und Auszahlung: Welche Wege funktionieren, welche nicht
Die Spielmechanik eines Bonus hängt eng am gewählten Zahlungsweg. Wer mit Karte einzahlt, aktiviert in der Regel den Standardbonus; wer mit Skrill einzahlt, kann je nach Anbieter vom Bonus ausgeschlossen sein. Wer mit Trustly einzahlt, kommt in den Genuss schneller Auszahlungen, muss aber offene Bonusbedingungen erst abgeschlossen haben. Die folgenden Abschnitte zeichnen die relevanten Pfade nach.
PayPal, Skrill, Klarna: Drei Wege, drei Profile
PayPal und Klarna sind im lizenzierten deutschen Markt verbreitete Zahlungswege, ihre Verfügbarkeit hängt vom einzelnen Anbieter ab. Skrill ist als E-Wallet etabliert, hat aber bei Bonusaktionen eine Sonderrolle: Betway etwa akzeptiert Skrill-Einzahlungen ab 5 €, aber Skrill qualifiziert nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Das ist eine bewusste Trennung des Anbieters, die Spielende kennen sollten, bevor sie sich für einen Zahlungsweg entscheiden. Kreditkarten und klassische Banküberweisung sind bei den meisten Anbietern Standard.
Trustly: Echtzeit-Überweisung mit Auszahlungs-Klausel
Trustly überweist direkt vom Bankkonto des Spielenden und ist deshalb im lizenzierten Markt zulässig. Bei Betway liegt die Mindesteinzahlung bei 5 €, die Auszahlung ist gebührenfrei, aber an zwei Bedingungen geknüpft: Es darf kein offener Bonus-Umsatz auf dem Konto sein, und das Zielkonto muss auf den Namen des Kunden lauten und bereits für eine Trustly-Einzahlung genutzt worden sein. Wer mit Trustly einzahlt und sofort auszahlen will, schließt damit den laufenden Bonus aus. Wer den Bonus abschließt, kann die Trustly-Auszahlung nutzen.
Paysafecard: Vom anonymen Guthaben zur Konto-Pflicht
Die Paysafecard war ursprünglich als anonymer Guthaben-Code konzipiert, der ohne Bankkonto erworben werden konnte. Diese Anonymität ist im lizenzierten deutschen Markt nicht mehr zulässig: § 6b Abs. 4 GlüStV verlangt ein Konto auf den Namen des Spielenden bei einem geldwäscherechtlich verpflichteten Institut. Paysafecard hat in der Folge die anonyme Variante eingestellt und arbeitet mit einer Online-Auszahlung auf ein verifiziertes Konto; im lizenzierten Markt ist Paysafecard damit heute eher eine Prepaid-Methode als ein anonymer Pfad.
Auszahlungsdauer und Verfügbarkeit
Die Auszahlungsdauer hängt vom Anbieter und vom Zahlungsweg ab. Betway gibt für Skrill-Auszahlungen eine Bearbeitungszeit von in der Regel 24 Stunden an. Trustly-Auszahlungen erfolgen oft innerhalb weniger Stunden. Banküberweisungen dauern in der Regel ein bis drei Werktage. Der Anbieter kann die Auszahlung verzögern, wenn die Bonusbedingungen noch offen sind; das ist im Whitelist-Markt keine Schikane, sondern eine direkte Folge der Umsatzbedingungen, die der Anbieter durchsetzen muss.
Livewetten und Cashout: Welche Märkte der Bonus erlaubt
Der Glücksspielstaatsvertrag beschränkt die Livewetten nach § 21 Abs. 4: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten gewettet werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein. Diese Einschränkung prägt das Wettprogramm jedes lizenzierten Anbieters und damit auch die Frage, welche Live-Märkte ein Bonus einschließt.
Cashout als anbieterseitige Funktion
Cashout ist keine staatlich geregelte Funktion, sondern ein Zusatz des Anbieters. Er erlaubt dem Spielenden, eine laufende Wette vorzeitig zu beenden und den aktuellen Auszahlungsbetrag mitzunehmen. DAZN Bet beschränkt Cashout auf Einzel- und Kombiwetten, schließt Systemwetten und mit Freewetten platzierte Wetten aus. Winamax erlaubt Cashout bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten, schließt Torschützen-, System- und Langzeitwetten sowie mit Freebets platzierte Wetten aus. Sportingbet folgt demselben Muster: Cashout nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei System- oder FreeBet-Wetten. Bei Interwetten kann Cashout laut den Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen werden; für Freebets und Bonusgeld ist Cashout nicht verfügbar.
Warum Cashout bei Bonuswetten oft ausfällt
Wer mit einer Freewette spielt, hat den Einsatz nicht selbst riskiert. Der Cashout-Mechanismus würde es dem Anbieter erschweren, die Freebet von der Echtgeld-Wette zu trennen; deshalb ist Cashout bei den meisten Anbietern auf mit Freebets platzierten Wetten ausgeschlossen. Das gilt analog für Bonusgeld, das noch in der Umsetzungsphase ist. Wer einen Bonus effizient umsetzen will, kann Cashout auf diesen Wetten in der Regel nicht nutzen.
Tipps und Strategie: Warum kein Bonus einen Ausgang vorhersehbar macht
Statistik und Form sind die Grundlage jeder Wettanalyse, und ein Bonus ändert daran nichts. Wer eine Quote von 2,00 auf einen Heimsieg annimmt, hält diese Quote für wahrscheinlicher als 50 Prozent, weil der Anbieter eine Marge eingepreist hat, die die faire Quote auf etwa 1,90 drückt. Der Bonus verändert diese Rechnung nicht. Er verändert nur den Zeitpunkt, zu dem der eigene Einsatz wieder verfügbar ist.
Der häufigste Fehler: Mehr wetten, weil Bonus läuft
Wer einen Bonus annimmt, hat sich zu einem bestimmten Umsatz verpflichtet. Wer unter diesem Umsatz mehr wettet als gewohnt, weil der Bonus es nahelegt, setzt sich einem höheren Risiko aus, als die Quote rechtfertigt. Die GGL erkennt dieses Problem und reguliert die Werbung; das ändert nichts an der Mechanik. Wer einen Bonus als Mittel sieht, das eigene Wettverhalten auszuweiten, verliert am Ende mehr als den Bonus wert ist.
Livewetten und das nächste Tor
Livewetten auf das nächste Tor sind im lizenzierten Markt erlaubt, aber die Quote schwankt mit dem Spielverlauf. Wer in der 80. Minute auf das nächste Tor wettet, akzeptiert eine Quote, die das verbleibende Risiko realistisch abbildet, eingepreist ist die Marge. Der Bonus wirkt hier nicht, weil die Quote selbst den Preis setzt. Statistik und Form liefern die Grundlage, der Bonus liefert das Kleingedruckte.
Kombiwetten und Heinz
Kombiwetten multiplizieren die Quoten der einzelnen Auswahlen, was den möglichen Gewinn erhöht und die Wahrscheinlichkeit drückt. Ein „Heinz“ besteht aus 57 Wetten auf sechs Auswahlen und ist eine Kombination aus vielen Einzel-, Doppel- und Mehrfachwetten. Solche Wetten sind im lizenzierten Markt zugelassen, sofern die Mindestquote pro Auswahl erfüllt ist. Bei der Bonusumsetzung ist die Mindestquote je Wettschein relevant, nicht je Auswahl; ein Heinz kann deshalb unterhalb der Mindestquote bleiben, auch wenn jede einzelne Auswahl über der Mindestquote liegt. Das ist ein Detail, das in den AGB des jeweiligen Anbieters steht.
Wettarten und Quoten: Welche Märkte der Bonus erlaubt
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette und Livewette sind die vier Grundformen der Wette. Der Bonus ist in der Regel auf Einzel- und Kombiwetten anwendbar; Systemwetten sind oft ausgeschlossen oder nur teilweise anrechenbar. Bei der Bonusumsetzung zählt die Gesamtquote des Wettscheins, nicht die Einzelquote der Auswahl. Wer einen 100-€-Bonus mit Mindestgesamtquote 2,00 umsetzen will, kann dies mit einer Einzelwette zu Quote 2,00 oder mit einer Kombiwette aus zwei Auswahlen zu Quoten 1,50 und 1,40 erreichen. Die Strategie, mit kleinen Quoten zu kombinieren, um die Mindestgesamtquote zu erreichen, ist im lizenzierten Markt verbreitet.
Quotenboost und Gewinn-Boost
Quotenboost und Gewinn-Boost sind Aktionen, die eine bestimmte Auswahl oder Kombination mit einer erhöhten Quote bewerben. Bet365 etwa bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten ab 2,00 sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Bei MERKUR BETS gibt es einen Kombi-Boost ab fünf Auswahlen, der je Auswahl um einen weiteren Prozentpunkt steigt und bei 30 Auswahlen 30 Prozent erreicht; die Mindestquote je Auswahl liegt bei 1,21, Live-Wetten sind vom Boost ausgenommen. Solche Aktionen sind an den jeweiligen Anbieter gebunden und in dessen AGB dokumentiert.
Freebet und Quotenboost
Eine Freebet, die mit Quotenboost kombiniert wird, ist in der Regel ausgeschlossen. Bei MERKUR BETS etwa gilt die Freebet aus dem CLUB nicht für Wetten mit Quotenboost. Das ist die Konsequenz daraus, dass die Freebet selbst ein Bonus ist und der Quotenboost ein weiterer Bonus wäre; die AGB verhindern die Kumulierung.
Sportarten und Wettbewerbe: Wo Bonuswetten üblich sind
Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey und Darts sind die Sportarten, auf die sich die meisten Bonus-Aktionen konzentrieren. Eishockey, Tennis und Basketball bieten dabei genug Spielanteil, um die Mindestquote zu erreichen; Eishockey ist im deutschen Markt durch die DEL stark vertreten, Tennis durch die ganzjährige Turnierserie, Basketball durch die NBA und die EuroLeague. Darts ist eine Nische, die bei Großevents wie der PDC-Weltmeisterschaft an Bedeutung gewinnt.
Esport: In Deutschland nicht wettbar
E-Sport ist im lizenzierten deutschen Markt nicht als Sportart anerkannt. Die GGL hat klargestellt, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport kein Sport im Sinne des GlüStV ist. Wer auf E-Sport wetten will, muss auf einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ausweichen, was die Frage nach der Lizenz mit der Frage nach dem Wettprogramm verknüpft.
NFL, WM und Boxen
NFL, WM und Boxen sind im lizenzierten Markt verfügbar, soweit der Anbieter sie ins Wettprogramm aufnimmt. Die FIFA WM 2026 war Anlass für Sonderaktionen einzelner Anbieter; ähnliche Aktionen sind für künftige Großereignisse zu erwarten, etwa die Europameisterschaft 2028, deren Termin feststeht. Die Frage, ob ein bestimmter Wettbewerb im Programm ist, beantwortet der Anbieter selbst.
Neue Buchmacher: Woran ein Marktneuling zu erkennen ist
Auf der GGL-Whitelist tauchen in unregelmäßigen Abständen neue Anbieter auf. VBet etwa ist mit Erlaubnis vom 05.12.2023 einer der jüngeren Whitelist-Einträge unter den hier aufgeführten Marken. Ein Marktneuling ist nicht per se schlechter als ein etablierter Anbieter, aber er hat weniger deutsche Erlaubnishistorie, weniger Bestandskunden-Aktionen und möglicherweise ein noch nicht vollständig ausdifferenziertes Wettprogramm. Wer einen neuen Anbieter prüft, sollte drei Punkte beachten: den Whitelist-Eintrag auf Aktualität, die AGB auf ungewöhnliche Bonusbedingungen und das Wettprogramm auf die eigenen Schwerpunkte.
Warum ein hoher Bonus kein Qualitätsmerkmal ist
Ein hoher Bonus ist ein Marketinginstrument, kein Qualitätsmerkmal. Wer einen 200-€-Bonus anbietet, erwartet im Gegenzug 2.000 € Umsatz zu Mindestquote 2,00; das ist mehr, als ein durchschnittlicher Wettender in einem Monat umsetzen will. Die Frage ist nicht, wie hoch der Bonus ist, sondern wie der Bonus zu den eigenen Wettgewohnheiten passt. Wer selten wettet, ist mit einem niedrigeren Bonus und geringeren Umsatzbedingungen besser bedient.
Wie ein Wettbonus funktioniert: Schritt für Schritt
Die Mechanik einer Bonusaktion folgt immer demselben Muster: Einzahlung, Bonusgutschrift, Umsatz, Auszahlung. Die Schritte im Einzelnen:
Der Spielende registriert sich bei einem Anbieter mit GGL-Whitelist-Eintrag und schließt die Verifizierung ab. Ohne Verifizierung läuft der 72-Stunden-Modus, in dem Boni in der Regel nicht aktiviert werden. Die erste Einzahlung erfolgt über einen zugelassenen Zahlungsweg; bei manchen Anbietern sind Skrill und Neteller für den Bonus ausgeschlossen, was vor der Einzahlung zu prüfen ist. Der Bonus wird auf das Bonuskonto gebucht, sobald die Einzahlung eingegangen ist. Der Spielende wettet nun nach den Umsatzbedingungen: Mindestquote je Wettschein, zulässige Wettarten, Frist. Nach Erfüllung der Umsatzbedingungen wird der Bonusbetrag auf das Echtgeldkonto übertragen, von wo aus die Auszahlung beantragt werden kann. Die Auszahlung erfolgt auf das Konto, das auf den Namen des Spielenden lautet und bereits für eine Einzahlung genutzt wurde.
Der Panikbutton und seine Wirkung
§ 6i Abs. 3 GlüStV verlangt einen Panikbutton, der eine sofortige 24-Stunden-Sperre auslöst. Der Panikbutton ist unabhängig von einer Bonusaktion verfügbar, hat aber für eine laufende Bonusumsetzung Folgen: Wer den Panikbutton drückt, kann in den nächsten 24 Stunden nicht spielen, und eine offene Bonusfrist läuft weiter. Wer merkt, dass die Umsatzbedingungen nicht zu halten sind, sollte den Panikbutton drücken, bevor die Frist abläuft und der Bonus verfällt.
Wettsteuer: Wer sie zahlt und wer sie weitergeben darf
Die Wettsteuer, formal Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG, beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also etwa 5,03 Prozent des eingesetzten Betrags. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spielenden. Die Frage, ob und wie der Anbieter die Steuer an die Spielenden weitergibt, ist eine Frage seiner Preisgestaltung. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, andere reduzieren die Gewinnquote, wieder andere tragen die Steuer selbst. Wer die Steuer in seiner Wettentscheidung berücksichtigen will, muss die AGB des Anbieters lesen. Die Steuer ist keine Erlaubnisgebühr; ein Anbieter, der Steuer zahlt, ist deshalb nicht automatisch lizenziert.
Häufige Fragen
Gibt es in Deutschland eine gesetzliche Obergrenze für Wettboni?
Nein. Der GlüStV enthält keine Klausel, die Höhe, Umsatzfaktor oder Mindestquote eines Sportwettenbonus regelt. Jeder Anbieter legt die Bedingungen selbst fest, und sie stehen in seinen AGB. Was es gibt, ist ein Werbeverbot für Bonusaktionen an Minderjährige und ein Verbot, Boni als Anreiz für gefährdete Spielende zu bewerben. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis dürfen in Deutschland ohnehin nicht werben.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote?
Die Umsatzbedingung ist der Faktor, mit dem Einzahlung und Bonus multipliziert werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Wer 100 € einzahlt und 100 € Bonus erhält, muss bei einem 7-fachen Umsatz 1.400 € auf Sport- und Livewetten setzen. Die Mindestquote ist die untere Grenze, die jeder Wettschein im Umsatz erreichen muss, oft 1,80 oder 2,00. Wetten unterhalb der Mindestquote zählen nicht zum Umsatz.
Wird bei einer Gratiswette der Einsatz mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei einer Freebet bleibt der Einsatz beim Anbieter; ausgezahlt wird nur der Reingewinn. Wer eine 10-€-Freebet zu Quote 3,00 gewinnt, erhält 20 € ausgezahlt, nicht 30 €. Das ist der Mechanismus, der eine Freebet von einem Echtgeld-Gutschein unterscheidet. Der Vorteil: Wer verliert, verliert nichts. Der Nachteil: Wer gewinnt, gewinnt weniger, als die Quote verspricht.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Buchmacher auf der GGL-Whitelist steht?
Die Whitelist wird auf der Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht. Sie listet jeden Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis mit Domain und Erlaubnisdatum. Wer einen Anbieter prüft, sucht dessen Domain in der Whitelist und vergleicht das Erlaubnisdatum mit dem Datum auf der Anbieterseite. Eine .de-Domain allein reicht nicht; entscheidend ist der Whitelist-Eintrag, der die Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV dokumentiert.
Was fehlt Anbietern ohne deutsche Erlaubnis an Schutz?
Offshore-Anbieter sind nicht an OASIS angeschlossen, nicht an die LUGAS-Limitdatei und nicht an die Aufsicht der GGL. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg und keine Sicherheit, dass Limits oder Sperren tatsächlich durchgesetzt werden. Die GGL warnt vor solchen Angeboten, und der EuGH-Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 die Möglichkeit bejaht, dass zivile Gerichte verlorene Einsätze zurückfordern können, aber eine Garantie ist das nicht. Der Bonus mag höher aussehen; der Schutz ist es nicht.
Wie beeinflusst das Einzahlungslimit von 1.000 € die Höhe eines nutzbaren Bonus?
Das monatliche Limit von 1.000 € ist die Obergrenze für Einzahlungen über alle lizenzierten Anbieter hinweg. Wer einen 100-€-Bonus aktivieren will, gibt 10 Prozent seines Standardlimits aus. Wer mehrere Anbieter parallel nutzt, muss die Limits koordinieren, sonst blockiert die LUGAS-Datei die nächste Einzahlung. Anbieter dürfen das Limit auf bis zu 10.000 € erhöhen, wenn der Spielende seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist; im Bereich darüber liegt die Quote der aktiven Spielenden bei höchstens einem Prozent. Eine Erhöhung gilt frühestens nach sieben Tagen.
Rechenbeispiel: Was kostet der Bonus wirklich?
Am Beispiel des sportwetten-Willkommensbonus lässt sich die Mechanik durchrechnen. Bei einer Einzahlung von 100 € und einem Bonus von 100 € beträgt der Gesamtumsatz 700 €: 1 × 100 € Einzahlung plus 6 × 100 € Bonus. Wer den Umsatz in Einzelwetten zu je 10 € und zu einer Quote von 2,00 leistet, schließt 70 Wetten ab, deren statistischer Erwartungswert bei einer angenommenen Marge von 5 Prozent etwa 666,50 € beträgt, also 33,50 € unter dem Umsatz. Wer stattdessen in kleineren Wetten zu höheren Quoten umsetzt, verliert mehr. Wer auf System- oder Mehrwegwetten ausweicht, kann das Umsatzvolumen schneller erreichen, läuft aber Gefahr, dass der Anbieter bestimmte Wettarten vom Umsatz ausschließt.
Diese Rechnung zeigt das Grundproblem: Ein Bonus ist ein Vorschuss auf den erwarteten Verlust. Wer den Bonus annimmt, akzeptiert das Mehr an Umsatz, das durch die Bedingungen erzwungen wird. Die Frage ist nicht, ob der Bonus „gratis“ ist, sondern ob der Vorschuss die anschließende Marge übersteigt. Bei 100 € Bonus und 33,50 € erwartetem Verlust durch die Marge liegt der Nettobonuseffekt in der Größenordnung von 60 bis 70 €. Bei höheren Boni mit höherem Umsatzfaktor verschiebt sich das Verhältnis.
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