Wer 2026 auf die Tour de France setzt, zahlt zuerst die Quote des Buchmachers

Updated Oktober 2026
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Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026

Eine Landstraße schlängelt sich durch Hügel im Morgennebel, am Straßenrand liegen Heuballen auf einem abgemähten Feld.
Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris statt und umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km.

Die Tour de France 2026 ist gefahren. Sie begann am 4. Juli 2026 in Barcelona, endete am 26. Juli 2026 in Paris, umfasste 21 Etappen über 3.245 km und ging an Tadej Pogačar. Wer aus Deutschland auf sie setzen will, muss bei einem Anbieter spielen, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Bei anderen Anbietern riskiert der Spieler mehr als nur die Wette: keine OASIS-Sperre, keine LUGAS-Limitdatei, keine deutsche Handhabe bei Streit. Der folgende Überblick fasst zusammen, welche Anbieter erlaubt sind, welche Wettmärkte für Radrennen typisch sind, wie Quoten und Wettsteuer kalkuliert werden und welche Bedeutung das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € hat.

Verantwortliches Spielen bei einer dreiwöchigen Rundfahrt

Die Tour ist kein Samstagabend-Spiel. Drei Wochen, 21 Etappen, dazwischen Ruhetage, dazu Livewetten, die jede Etappe zu einem eigenen Spiel machen. Wer hier ohne Plan setzt, verliert schneller als ihm lieb ist.

Ein Rennrad lehnt an einer Steinmauer in einer Bergkurve, im Hintergrund eine weite Hügellandschaft im Gegenlicht.
Die Tour de France wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern.

Das Geld. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt standardmäßig bei 1.000 € im Kalendermonat, summiert über alle Anbieter hinweg. Die LUGAS-Limitdatei kontrolliert das. Wer ein höheres Limit will, muss dem Anbieter seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen — eine Selbsterklärung reicht nicht, und der Anbieter darf es nur für einen kleinen Kreis spielfreudiger Kunden anheben. Senken gilt sofort, Anheben erst nach sieben Tagen.

Die Pausen. OASIS, die Spielersperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV, prüft Anbieter bei Anmeldung und Login. Wer sich selbst sperrt, ist mindestens ein Jahr raus — außer er nennt eine kürzere Frist, dann mindestens drei Monate. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 sperrt 24 Stunden, sofort.

Das Konto. Ein Konto pro Anbieter, vollständige Verifizierung nach § 6a, Einzahlungen nur vom eigenen, verifizierten Zahlungskonto. Wer vor der Verifizierung spielt, hat 72 Stunden Zeit und ein Limit von 100 €, und es wird nichts ausgezahlt. Das alles gilt nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Offshore-Buchmacher hängen weder an OASIS noch an LUGAS, sie kennen den Panikbutton nicht und sie geben keinen deutschen Rechtsweg.

Wer das nicht im Kopf hat, wenn er die erste Etappe tippt, sollte es spätestens vor der Bergetappe in den Alpen sortiert haben.

Wettarten und Quoten auf die Tour de France

Was bei anderen Sportarten ein Spiel ist, ist hier eine Etappe. Wer auf die Tour setzt, setzt auf einen Fahrer, auf eine Etappe, auf ein Trikot. Die Märkte teilen sich in drei Gruppen.

Sieger- und Etappenmärkte

Gesamtsieger, Etappensieger, Etappenausgang. Das sind die drei großen Märkte. Beim Gesamtsieger zählt die addierte Zeit über alle 21 Etappen, beim Etappensieger zählt, wer zuerst über die Ziellinie fährt. Beim Etappenausgang kann man auf einen einzelnen Fahrer, eine Gruppe oder auf „niemand von denen“ setzen, je nach Buchmacher. Wer Gesamtsieger wetten will, sollte wissen: das Rennen ist dynamisch. Ein Sturz in der ersten Woche wirft den Favoriten nicht raus, ein Einbruch im Hochgebirge schon. Das spiegelt sich in den Quoten, die sich über drei Wochen bewegen.

Trikotwertungen

Vier Trikots, vier eigene Wertungen. Gelb steht für die Gesamtwertung, Grün für die Punktewertung, Gepunktet für die Bergwertung, Weiß für die Nachwuchswertung (unter 26). Wer auf Grün oder Gepunktet setzt, setzt auf einen Spezialisten für Sprint- beziehungsweise Bergetappen. Das sind andere Profile als beim Gesamtsieger, also andere Quoten, also andere Risiken.

Sondermärkte

Kopf-an-Kopf-Duelle, Zeitfahrergebnisse, Ausreißer vor dem Hauptfeld, Mannschaftswertung. Buchmacher, die Radsport voll bedienen, haben hier ein Dutzend Linien. Wer exotischer wetten will, sollte vorher prüfen, ob der Anbieter die Tour überhaupt als eigene Sektion führt. Manche listen Radsport unter „Andere“, andere zeigen einen eigenen Reiter.

Wie eine Quote entsteht

Eine Quote ist kein Tipp, sie ist ein Preis. Eine faire Wette ohne Buchmacher hätte für jedes Fahrer-Resultat eine Quote, die zusammen 100 % ergibt. In der Praxis hat jeder Ausgang eine Quote, und die Summe der Kehrwerte über alle Ausgänge ist kleiner als eins. Was fehlt, ist der Buchmacher-Schnitt. Genannt wird er Marge — Quotenschlüssel minus 100 %, oder einfacher: der Anteil, den der Anbieter von jedem gesetzten Euro einbehält.

Rechenbeispiel: Bei einem Etappensieg mit zwei Favoriten, beide bei Quote 1,90, ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, also 95 %. Die Marge liegt bei etwa 5,0 bis 5,3 %. Bei drei oder vier ernsthaften Kandidaten liegt die Auszahlungsquote niedriger, die Marge höher. Bei 20 Ausgängen mit gleichen Quoten liegt die Auszahlungsquote nur noch knapp über 90 %, der Rest ist Marge.

Diese Marge steckt in jeder Quote, auf jeder Etappe, bei jedem Anbieter. Sie ist der Preis des Spiels. Wer sie ignoriert, vergleicht Quoten, als wären sie Preisschilder im Supermarkt, ohne den Aufschlag daneben zu sehen.

Sportwetten auf die Tour de France und was Radrennen anders macht

Radsport ist nicht Fußball. Drei Wochen, keine Liga-Tabelle, keine Heimspiele, keine zwei Mannschaften in einer Arena. Was an seine Stelle tritt, ist der Etappenplan.

Der Etappenplan als Spielplan

Flachetappen enden meist im Sprint. Berg- und Hochgebirge entscheiden die Gesamtwertung. Zeitfahren sind die Sprintfahrten gegen die Uhr, oft kurz vor Paris. Wer Etappen voraussagen will, muss den Streckenverlauf lesen können. Eine flache Etappe ohne Kategorie-Berg ist Sprint, da gewinnen reine Sprinter. Eine Etappe mit mehreren Anstiegen der Hors Catégorie ist Sache der Kletterer, und ein Aussreißer hat mehr Raum als im Flachen.

21 Etappen sind 21 eigene Wetten. Wer jede einzeln anspielt, braucht ein Budget und ein Limit im Kopf. Wer nur den Gesamtsieger nimmt, hat eine Wette über drei Wochen.

Rekorde und Ausgangslage

Mit fünf Gesamtsiegen liegen Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar an der Spitze. Pogačar gewann 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026. Rekorde verändern Quoten nicht direkt, aber sie formen die Erwartung des Marktes — und damit die Preise, die der Buchmacher anbietet.

Seit 1992 ist die Amaury Sport Organisation (ASO) Veranstalterin der Rundfahrt. Die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet. Diese Struktur ist Teil dessen, was die Quoten abbilden: Wer vorne mitfährt, ist nahezu immer Mitglied eines WorldTeams.

Livewetten auf eine Etappe

Livewetten sind während einer laufenden Etappe möglich, aber nicht beliebig. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV darf der Anbieter während eines laufenden Events nur auf das Endergebnis wetten oder auf das nächste seltene Ereignis im Rennen — bei Radsport funktioniert das vor allem auf das nächste Spitzenresultat am Berg oder den Etappensieg. Wetten auf das nächste kleine Ereignis sind in Radsport weniger das Thema als im Tennis oder Basketball, weil es keine „Punkte“ im Sekundentakt gibt. Wer eine Livewette auf das aktuelle Hinterrad setzt, sucht meist vergeblich.

Außerdem gilt das Werberecht: keine Werbung für Livewetten auf einer Etappe unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung im selben Kanal (§ 5 Abs. 3 GlüStV).

Anbieter für Tour-de-France-Wetten mit deutscher Erlaubnis

Die folgende Übersicht zeigt Wettanbieter, deren Sportwetten-Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand 02.10.2026) geführt wird. Jede Karte nennt den Inhaber der Erlaubnis und das Datum der Erst- oder Folge-Erlaubnis. Was die Tabelle nicht zeigt, sind Bonusaktionen, Promo-Codes oder konkrete Konditionen — die gehören in die AGB des jeweiligen Anbieters.

Die zehn Anbieter im Überblick

Anbieter Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Betway Erlaubt (GGL-Whitelist) Betway Limited 09.03.2021
bwin Erlaubt (GGL-Whitelist) bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betano Erlaubt (GGL-Whitelist) Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
bet365 Erlaubt (GGL-Whitelist) Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
DAZN Bet Erlaubt (GGL-Whitelist) DZBT Operations Limited 22.08.2023
Winamax Erlaubt (GGL-Whitelist) WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
Tiptorro Erlaubt (GGL-Whitelist) Torro Tec Limited 30.06.2021
Bet3000 Erlaubt (GGL-Whitelist) I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Wettarena Erlaubt (GGL-Whitelist) I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020
Interwetten Erlaubt (GGL-Whitelist) Interwetten Gaming Limited 02.11.2020

Die Daten stammen aus der Whitelist der GGL mit Stand 02.10.2026. Die Whitelist nennt das Datum der Erteilung, aber kein Enddatum — wer ein Ende wissen will, muss die Liste erneut prüfen.

Betway

Betway ist seit dem 9. März 2021 mit deutscher Erlaubnis auf der Whitelist, eine Folge-Erlaubnis wurde am 23. Dezember 2022 erteilt. Inhaber ist die Betway Limited. Die App des Anbieters zeigt unter „Meine Wetten“ ein grünes Cash-Out-Symbol und bietet die Möglichkeit, die Wette ganz oder teilweise auszahlen zu lassen. Cash Out ist eine Funktion des Anbieters, nicht der Aufsicht — sie unterliegt den AGB.

Für Tour-de-France-Wetten heißt das: Wer mitten in einer Etappe aussteigen will, kann das bei Betway tun, sofern der Markt offen ist. Was das im Einzelfall bringt, hängt vom aktuellen Wettwert ab — Cash Out ist nie zum Kurs von Anfang an.

bwin

bwin gehört zu den großen Namen im deutschen Wettmarkt und steht seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist, Folge-Erlaubnis 23. Dezember 2022. Inhaber ist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Malta-Sitz heißt nicht automatisch EU-Sitz für deutsche Aufsicht — entscheidend ist die Whitelist, und dort steht bwin.

Wer bwin wählt, bekommt in der Regel ein breites Wettprogramm mit Fußball, Tennis, Basketball und einer eigenen Radsport-Sektion. Wie tief die Sektion ist, variiert nach Saison.

Betano

Betano wird von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben, Erst-Erlaubnis 19. Februar 2021, Folge 16. Dezember 2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wirbt im App Store mit Funktionen wie Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming für LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.

Was hier fehlt, ist explizit Radsport-Streaming. Wer auf die Tour mit Bild wetten will, sollte vorher prüfen, ob der Anbieter für die laufende Etappe überhaupt Streams anbietet — die App-Beschreibung ist keine Garantie für jeden Sport.

bet365

bet365 gehört zu den Anbietern mit der längsten Historie auf der Whitelist — Erst-Erlaubnis am 9. Oktober 2020, Folge am 27. Dezember 2022. Inhaber ist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Der Name fällt häufig, wenn es um Livewetten und Märkte außerhalb des Mainstreams geht. Auch Radsport gehört dazu, meist mit Sieger- und Etappenmärkten.

Wie breit das Programm ist, hängt von der Etappe ab. Auf den Flachetappen führt bet365 in der Regel mehr Märkte als in den Bergen.

DAZN Bet

DAZN Bet gehört zur Sportstreaming-Marke DAZN. Betreiber ist die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug, Malta. Die GGL-Erlaubnis wurde am 22. August 2023 erteilt. Damit ist DAZN Bet einer der jüngeren Einträge auf der Whitelist. Der Markenkern liegt im Live-Stream-Angebot — wer ohnehin DAZN schaut, hat Wettkonto und Livestream-Anschluss schon nebeneinander.

Für Radsport ist die Streaming-Tiefe zu prüfen. Die Tour de France läuft bei verschiedenen Sendern, nicht zwingend bei DAZN.

Winamax

Winamax gehört der WINAMAX (Société anonyme), Erst-Erlaubnis 29. Juni 2021, Folge 8. Dezember 2022. Winamax bewirbt sich mit „0 % Wettsteuer“ und verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen 01.04.2025 und 30.08.2025. Danach lag Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins.

Wer auf den ersten Platz schaut, sollte die Studie mitlesen. „Beste Quote“ auf Platz eins heißt noch nicht beste Quote bei Radsport. Die Odoxa-Studie hat Radsport nicht untersucht.

Tiptorro

Tiptorro ist die Sportwettenmarke der Tipico-Gruppe hinter der Wettplattform, betrieben von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta. Erst-Erlaubnis 30. Juni 2021, Folge 27. Dezember 2022. Die App „Tiptorro“ beschreibt sich im App Store als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL.

Tiptorro ist nicht mit Tipico identisch. Wer aus Gewohnheit bei Tipico ist, sollte prüfen, ob er bei Tiptorro oder bei Tipico spielt — beide sind Marken, aber mit unterschiedlichen Erlaubnisdaten.

Bet3000

Bet3000 ist die Wettmarke von I.B.C. Sportsbetting Limited, Erst-Erlaubnis am 22. April 2026. Damit ist Bet3000 der jüngste Erlaubnis-Inhaber auf der Whitelist im Vergleich der hier gelisteten Anbieter. Sitz der Gesellschaft ist Sliema, Malta. Der Anbieter ist eher stationär bekannt und hat in der App- und Online-Welt eine kleinere Stellung als die Marktführer.

Wer ein junges deutsches Wettkonto sucht, hat hier eine Alternative. Die Marktbreite ist zu prüfen.

Wettarena

Wettarena gehört ebenfalls zur I.B.C. Sportsbetting Limited, also zum gleichen Inhaber wie Bet3000, aber mit deutlich älterer Erlaubnis: 9. Oktober 2020, Folge 15. Dezember 2022. Sitz ebenfalls Sliema, Malta.

Zwei Marken unter einem Inhaber heißt nicht automatisch dasselbe Wettprogramm. Wer beide vergleicht, sollte die Radsport-Sektion getrennt ansehen.

Interwetten

Interwetten gehört zu den etablierten Namen im europäischen Wettgeschäft. Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Erst-Erlaubnis 2. November 2020, Folge 27. Dezember 2022.

Interwetten ist bekannt für ein schmales, kuratiertes Programm statt einer maximalen Marktbreite. Für Radsport heißt das: meistens die Standardmärkte, weniger Exoten.

Rechtslage: Was erlaubt ist, was nicht, was vor Gericht steht

Die Tour de France ist Sport, nicht Politik. Wetten auf sie sind Sportwetten, und für Sportwetten gilt in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021.

Ein Smartphone liegt auf einem Tisch neben einem Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und einer Tasse Kaffee.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Erlaubnis und Whitelist

Seit dem 1. Juli 2021 ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) zuständig. Sie erteilt die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV. Die Aufsicht läuft über § 28a.

Wer eine Erlaubnis hat, steht auf der Whitelist nach § 9 Abs. 8. Die Whitelist ist die einzige verlässliche Prüfung. Die Liste mit Stand 02.10.2026 führt 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Inhaber. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist gar nichts.

Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Wer nachschauen will, ob eine Erlaubnis noch läuft, schaut auf die Liste.

Livewetten — was geht, was nicht

§ 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt Livewetten während eines laufenden Events nur auf das Endergebnis oder auf das nächste seltene Ereignis im Rennen. In Sportarten mit häufigen Toren, Körben oder Punkten zielt das auf das nächste Goal oder den nächsten Satz. In Radsport gibt es keine sekündlichen Ereignisse, sondern einen stetigen Rennverlauf. Livewetten sind möglich, etwa auf den Etappenausgang oder auf den Gesamtsieger im Zeitverlauf, nicht aber auf ein mikroskopisches Einzelergebnis, das nicht existiert.

Werbung für Wetten auf eine laufende Etappe ist unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung im selben Kanal verboten (§ 5 Abs. 3 GlüStV).

Esports und virtuelle Wetten

Die GGL teilt mit, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport anerkannt ist. Eine zugelassene Esports-Wette gibt es in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportarten ist die Lage nicht abschließend — hier schweigt die Auskunft besser als eine Annahme.

Werbung, Bonus, Codes

Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen überhaupt Werbung machen (§ 5 Abs. 7). Das Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr gilt für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gilt das Verbot der Live-Werbung auf demselben Kanal wie oben, das Verbot aktiver Sportler und Funktionäre als Werbeträger und das Verbot von Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).

Der GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe, dem Umsatz oder der Mindestquote nach begrenzt. Beträge, Umsatzfaktor und Mindestquoten kommen aus den AGB des Anbieters.

Offshore, Strafrecht und die EuGH-Frage

Ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten in Deutschland anzubieten, ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Wirkung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt.

Strafrechtlich: Wer organisiert, riskiert nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe, wer wirbt, bis zu ein Jahr. Wer mitspielt, bis zu sechs Monate oder Geldstrafe nach § 285 StGB.

In zivilrechtlicher Hinsicht haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 in der Rechtssache I ZR 90/23 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Verträge entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, Anbieter ohne Lizenz zur Rückzahlung zu verpflichten — mit einer Ausnahme, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Keine Garantie für den Einzelfall, aber ein Hinweis auf die Richtung der Rechtsprechung.

Was eine deutsche Erlaubnis konkret bringt

Erlaubte Anbieter sind an OASIS und LUGAS angeschlossen, geben den Panikbutton und akzeptieren ausschließlich Zahlungen vom eigenen, verifizierten Konto. Sie müssen vor Auszahlung das offizielle Ende des Events abwarten, müssen Spielergelder insolvenzgeschützt auf einem Treuhandkonto halten und binnen fünf Werktagen auszahlen (§ 6b Abs. 6-7).

Offshore-Anbieter kennen das alles nicht. Wer dort spielt, hat mehr Freiheit, aber auch weniger Schutz und im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg.

Wettsteuer, Einzahlungslimit und Live-Regeln — die drei Kosten

Drei Stellen schmälern den Gewinn des Spielers: die Marge in der Quote, die Wettsteuer und das monatliche Einzahlungslimit, das die Menge des Einsatzes begrenzt.

Die Wettsteuer

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“, also effektiv etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung. Wer wissen will, wie ein konkreter Anbieter die Steuer behandelt, liest die AGB. Die Behauptung „5,3 % vom Einsatz“ ist sachlich falsch — es sind 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags).

Winamax zum Beispiel wirbt mit „0 % Wettsteuer“ und übernimmt die Steuer vollständig. Wer ein Angebot mit „0 % Steuer“ findet, sollte trotzdem prüfen, wie die Quote im Vergleich zum Mitbewerb steht — eine hohe Quote und ein Mitbewerber mit 5 % Steuer kann immer noch den besseren Preis ergeben.

Das Einzahlungslimit

1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, kontrolliert über die LUGAS-Limitdatei. Wer ein höheres Limit will, muss seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen, nicht nur erklären. Der Anbieter darf nur einen kleinen Teil seiner aktiven Kunden mit dem höheren Limit ausstatten.

Für eine Tour-Wette heißt das: Wer drei Wochen lang mit 1.000 € spielen will, hat im Schnitt etwa 33 € pro Etappe. Das reicht für eine kleine Einzelwette pro Etappe, nicht für eine ganze Etappen-Serie.

Was Livewetten kosten

Cash Out kostet den Buchmacher Geld, weil er das Risiko vorzeitig übernimmt. Der Wert, den der Anbieter anbietet, liegt meist unter dem „fairen“ Wert, sonst würde er auf Dauer verlieren. Wer mit Cash Out aussteigt, akzeptiert einen Abschlag auf den potenziellen Gewinn, gegen das Risiko, die Wette komplett zu verlieren. Bei Livewetten gilt zusätzlich: nur erlaubte Märkte nach § 21 Abs. 4, kein Mikromarkt auf den nächsten Radwechsel.

Häufige Fragen

Wo darf in Deutschland auf die Tour de France gewettet werden?

Bei Anbietern, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Stand 02.10.2026 sind das unter anderem Betway, bwin, Betano, bet365, DAZN Bet, Winamax, Tiptorro, Bet3000, Wettarena und Interwetten. Andere Anbieter sind für deutsche Spieler nicht erlaubt.

Welche Wettarten gibt es auf die Tour de France?

Gesamtsieger, Etappensieger, Etappenausgang, Trikotwertungen (Gelb, Grün, Gepunktet, Weiß), Kopf-an-Kopf-Duelle und teilweise Sondermärkte. Welche Sondermärkte ein Anbieter führt, hängt vom Programm ab — in der Regel sind die Klassiker Standard, Exoten nicht.

Wie wird die Auszahlung aus Einsatz und Quote berechnet?

Bei einer Quote von 2,50 und einem Einsatz von 10 € beträgt die Brutto-Auszahlung 25 €. Der Nettogewinn ist 15 €, also Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps zu einer Gesamtquote, das Risiko steigt entsprechend.

Was darf man live während einer Etappe wetten, was nicht?

Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV während eines laufenden Events nur auf das Endergebnis oder auf das nächste seltene Ereignis erlaubt. In Radsport funktioniert das vor allem auf den Etappenausgang und den Gesamtsieger im Zeitverlauf. Werbung für eine Livewette unmittelbar vor oder während der Übertragung im selben Kanal ist verboten.

Wie wirkt sich die Wettsteuer aus?

Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer“, effektiv rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie wird vom Anbieter geschuldet. Wie der Anbieter sie weitergibt, variiert — manche Anbieter wie Winamax werben mit vollständiger Übernahme, andere ziehen sie direkt von der Quote ab.

Was bedeutet das 1.000-€-Limit im Monat?

Es ist die Standard-Obergrenze für Einzahlungen über alle Anbieter hinweg nach § 6c Abs. 1 GlüStV, kontrolliert über die LUGAS-Limitdatei. Ein höheres Limit ist nur mit nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und nur für einen kleinen Kreis aktiver Spieler möglich.

Was darf angeboten werden?

§ 21 Abs. 1 GlüStV erlaubt feststehende Quoten auf das Ergebnis eines Events oder eines Teils davon, als Einzel- oder Kombiwette. Welche Wettarten genau zulässig sind, legt die GGL im Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 fest. Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind ausgeschlossen — in der Praxis wertet die GGL Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Auch Manipulations-anfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind tabu. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt.

Für Radsport heißt das: Wetten auf Etappensieger, Gesamtsieger und Trikotwertungen sind zulässig, weil sie Sportwetten auf ein Sportereignis sind. Wetten auf einen einzelnen Sportunfall sind es in der Regel nicht.

Inhalt erstellt vom Team «eishockeywetteninfo.com»